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Stärke zeigen ohne Gewalt

Caritas führt Gewaltpräventionsprojekt an der Kaplan-Kellermann-Realschule durch

Euskirchen (tor). Ob Einfach Hänseleien, Mobbing, Erpressung oder Körperverletzung - einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid unter Schülern im Alter von 12 bis 17 Jahren zufolge hat jeder fünfte Schüler in Deutschland in der Schule bereits Gewalterfahrungen machen müssen, sogar jeder Dritte hat konkrete Angst davor. In den meisten Fällen wurden die Opfer schulischer Gewalt geschlagen, gestoßen oder anderweitig körperlich verletzt. Tendenz steigend!

Auch an der Kaplan-Kellermann-Realschule in Euskirchen ist Gewalt ein Thema - in der kommenden Woche jedoch auf eine positive Art. Die rund 580 Schülerinnen und Schüler nehmen im Rahmen einer Projektwoche am Gewaltpräventionsprojekt "Stark ohne Gewalt", das der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln im Jahr 2006 als Konsequenz auf die steigende Gewalt an Schulen initiiert hat. Bei diesem Projekt geht es darum, etwas für und mit Jugendlichen zu tun, um sie zu befähigen, sich ohne Gewalt zu behaupten. Die Schülersprecher der Kaplan-Kellermann-Schule, Jaqueline Da Silva Luis und Marc Röder, freuen sich auf das Projekttage. "Uns wird hier ein ernst zu nehmendes Thema auf attraktive Weise näher gebracht", sagt Jaqueline Da Silva Luis, und Marc Röder findet, "dass das Thema Gewalt noch häufiger an Schulen angesprochen werden sollte."

Kern und Höhepunkt der Projekttage ist die Aufführung des Anti-Gewalt-Musicals "Streetlight" der Band "GenRosso". Die bunt gemischte Truppe mit Sängern und Tänzern aus verschiedensten Ländern wird mit den Jugendlichen in der Schule musikalisch und tänzerisch arbeiten und letztendlich das Stück, das die wahre Geschichte von Charles Moats erzählt, der im Chicagoer Ghetto aufwächst und trotz aller Anfeindungen seinen Idealen treu bleibt, gemeinsam aufführen. Die beteiligten Mädchen und Jungen sollen im Rahmen des Projektes außerdem Werthaltungen und Strategien entwickeln, die sie stark machen ohne Gewalt.

Bürgermeister Dr. Uwe Friedl hat die Schirmherrschaft über das Projekt in der Kreisstadt übernommen. "Die Gewaltbereitschaft an den Schulen steigt", weiß Friedl. "Deshalb kann man nicht früh genug anfangen, das zu thematisieren." Es sei vor allem wichtig, die Mitläufer davon zu überzeugen, dass es gut und richtig ist, sich als Gegner von gewalttätigen Aktionen zu bekennen. "Wir müssen die Jugendlichen soweit stärken, dass sie sich ohne Gewalt behaupten können", sagt Caritas-Geschäftsführer Franz Josef Funken.

Das "Stark ohne Gewalt"-Projekt wird vom 14. bis 18. November an der Kaplan-Kellermann-Realschule durchgeführt. Die öffentliche Aufführung des Musicals "Streetlight" findet am Mittwoch, 16. November, um 19 Uhr im Euskirchener City-Forum statt. Dann werden die Kinder und Jugendlichen gemeinsam mit "Gen Rosso" auf der Bühne stehen. Eintrittskarten gibt es ab sofort in der Geschäftsstelle des Caritasverbandes Euskirchen (Wilhelmstraße 52) und in der Kaplan-Kellermann-Realschu­le sowie am 16. November an der Abendkasse im City-Forum. Eine weitere Aufführung, die sich jedoch an Schülerinnen und Schüler anderer Schulen richtet, ist am Donnerstag, 17. November, 10 Uhr, geplant.

Die Schüler und Lehrer der Kaplan-Kellermann-Realschu­le freuen sich auf die kommende Woche, die mit großer Sicherheit eine willkommene Abwechslung im Schultag bilden wird. "Wir haben sofort zugesagt, als das Projekt an uns herangetragen wurde", sagt Konrektor Bernd Wessel, auch wenn das Thema "Gewalt" an der Schule allenfalls eine untergeordnete Rolle spielt. "Wir haben zwar auch Probleme mit Gewalt, aber es ist nicht so, dass wie hier jeden Tag eine eingetretene Tür oder Schlägereien auf dem Schulhof haben."

www.caritas-eu.de

Letzte Änderung: Freitag, 11.11.2011 17:03 Uhr

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