Es gibt Radfahrer, deren Verhalten ärgert mich sowohl als
Autofahrer wie auch als Fußgänger. Keine Handzeichen beim
Abbiegen, fahren über Zebrastreifen, lässig werden
Einbahnstraßen und Fußgängerzonen ignoriert. Oft ist
da Leichtsinn und Überheblichkeit im Spiel.
Die Wortwahl des Verkehrsministers wie "Kampf-Radler"
oder "der Verrohung Einhalt gebieten", inzwischen
tausendfach zitiert und im Internet kommentiert, ist bei der
Behebung des Problems dagegen wenig hilfreich.
Logisch, dass der ADFC, die selbsternannte Interessenvertretung der Radfahrer, protestiert. "Ich kann keine Kampf-Radler erkennen", hört man vom ADFC-Rechtsreferent Roland Huhn. Rotlichtverstöße bei Radfahrern seien weitaus seltener als zu hohes Tempo bei Autofahrern. Was für eine merkwürdige Gegenüberstellung.
Und die Polizeigewerkschaft GdP beschwert sich, weil Minister Ramsauer bemerkte, "die Polizei sei manchmal einfach überfordert, den Kampf-Radlern Einhalt zu gebieten". Vielmehr reagierten Radfahrer oft verständnislos, wenn man sie auf ihr Fehlverhalten aufmerksam macht. Viele Radfahrer meinten wohl - so die Polizei - die Verkehrsregeln seien nur für die Autofahrer gedacht.
Man kann es nur wiederholen: Nehmt mehr
Rücksicht aufeinander.
Ob Fahrräder oder Automobile: Alle werden von Menschen mit
Verstand, aber auch mit Emotionen gesteuert. Und die sollte man im
Griff haben.
Rücksicht auf sehr junge und ältere Verkehrsteilnehmer,
Vorsicht bei kritischen Situationen, lieber mal vom Gas oder
abbremsen als Recht haben, das muss doch machbar sein.
Das gilt vor allem für die Radler. Denn die leider zunehmenden
Unfälle gehen - ob verschuldet oder nicht - für Radfahrer
oft böse aus.
Meine Erfahrung: Ich bin oft in
Nordholland. Dort, in den Städtchen an der Küste treffen
Einheimische und Touristen aufeinander. Viele unterwegs mit dem
typischen Holland-Rad. Doch das Miteinander von Radfahrern,
Fußgängern und Autofahrern ist für mich immer wieder
faszinierend. Da nimmt jeder ein wenig Rücksicht, es gibt kaum
Ampeln, alle achten aufeinander. So genannte Kampfradler kennt man
da nicht.
Es gibt allerdings auch wesentlich mehr und besser ausgebaute, von
der Autostraße deutlich abgetrennte Radwege. Die
Holländer sehen das Fahrrad als geruhsames und praktisches
Alltagsgefährt und nicht als Rennmaschine. Es geht also auch
anders.
Statt starker Worte sollten Politiker mehr in gute Radwege und Straßen investieren. Und endlich wieder in den Medien Verkehrserziehung betreiben lassen. Unser Ratgeber Auto mit den vielen Tipps ist da ein wichtiger Beitrag.
Und es wird wirklich Zeit für die Wiederbelebung der tollen Sendung "Der 7. Sinn".




