Weilerswist (fd). Elfter im Elften Zweitausendelf - warum an diesem außergewöhnlichen Tag nach Köln pilgern, wenn es doch auch hier geht? Dies dachten sich die Karnevalisten aus der Gemeinde Weilerswist im Herbst vorigen Jahres und organisierten selbst eine große öffentliche Party zum Sessionsstart. Fünf der sechs Gesellschaften aus dem Gemeindegebiet - die Weilerswister Narrenzunft, die KG Blau-Weiß Metternich, die KG "Alt-Lommezem", die KG "Mer gon vör" aus Vernich und die KG Blau-Weiß Müggenhausen - zogen für das Projekt an einem Strang.
Mögliche Verluste, darüber waren sich alle Beteiligten von Beginn an einig, würden die Karnevalsgesellschaften aus eigener Tasche zahlen, Gewinne hingegen sollten gemeinnützigen Zwecken gespendet werden. Dieses Konzept fand bereits im Vorfeld so großen Anklang, dass sich die Weilerswister Schützen bereit erklärten, ihr Gelände für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen, der FC Weilerswist sein Zelt kostenlos verlieh, das Rote Kreuz für das Essensangebot aufkommen wollte und DJ Jürgen für die beste musikalische Unterhaltung gewonnen wurde. Eine örtliche Gaststätte schloss sogar an diesem Tag, um entstehende Konkurrenz zu vermeiden. Bei derart viel Einigkeit war es nicht weiter verwunderlich, dass die Veranstaltung ein voller Erfolg wurde. Die genaue Besucherzahl sei zwar schwer zu ermitteln, aber "das Zelt war rappelvoll", sagt Karl Leyendecker von der KG "Mer gon vör".
Mit einem Reinerlös von 1280 Euro hatte niemand gerechnet, aber die Frage nach dem "Wohin?" war dennoch schnell geklärt. Jeweils 320 Euro gehen an die vier Grundschulen im Gemeindegebiet.
Im Rahmen einer symbolischen Geldübergabe in der Weilerswister Josef-Schaeben-Grundschule, bei der Ralf Kessel (Nerrenzunft), Frank Sehr (KG Metternich), Wolfgang Krämer und Norbert Jeub (KG Alt-Lommezem) und Karl Leyendecker (KG Vernich) als Vertreter der einzelnen Karnevalsgesellschaften sowie die Schulleiter Maren Sirringhaus (Lommersum), Hans-Adolf Müller-Schönborn (Weilerswist) und Angela Peters (Metternich) anwesend waren, wurden die Projekte kurz vorgestellt. Die Drei-Eichen-Schule Metternich möchte von ihrem Anteil neue Spielgeräte für den Pausenhof anschaffen, während die Johannes-Vincken-Schule in Lommersum das Geld in ihre Projektwoche zum Thema Mobilitätserziehung und die Vernicher Johann-Hugo-Von-Orsbeck-Schule in ein Projekt zur Gesundheitsförderung investieren möchte. Die Josef-Schaeben-Schule hat sich von ihrem Geld schon ein Cajón für den Musikunterricht angeschafft, welches die Kinder mit viel Eifer präsentierten.
Schulleiter Hans-Adolf Müller-Schönborn freute sich über die Spende und den Erfolg der Karnevalsparty zum Sessionsauftakt und bemerkte zugleich mit einem Augenzwinkern: "Das schreit nach einer Wiederholung!"





