Von Montserrat Manke
Brühl. Zu einem schweren Unglück kam es Dienstagmorgen bei der Sicherheitstechnikfirma DOM. Ein Chemieunfall forderte 23 leicht und sieben schwer verletzte Menschen. Weitere neun Personen sind zur Beobachtung in Krankenhäuser eingeliefert worden - ihr Verletzungsgrad wird vom Notarzt als "mittelschwer" eingestuft. Mittlerweile sind bis auf eine Person alle wieder nach Hause entlassen worden.
In der Galvanisierungsanlage war es zu einer chemischen Reaktion gekommen, bei der sieben Menschen schwer verletzt wurden. Die Brandschutzanlage des Werkes hatte mit einem lauten Hupen Alarm geschlagen, und als sich ein stechender Geruch breit machte, und die Arbeiter über Kratzen im Hals klagten, war klar, dass in der Werkshalle ein unsichtbarer Giftstoff ausgetreten war.
Die Feuerwehr berichtete gegenüber den Medien von einem "ätzenden Stoff, der die Atemwege verletzen kann". Im schlimmsten Falle könne dieser zu Wasseransammlungen in der Lunge führen, die tödlich enden könnten.
Als die Feuerwehr vor Ort eintraf, hatten schon alle rund 300 Mitarbeiter das Werk verlassen: viele klagten über Übelkeit. Die Rettungskräfte forderte Verstärkung an und Notärzte versorgten die Verletzten noch vor Ort mit reinem Sauerstoff.
Die Messungen der Luft - die Wehrmänner gingen mit Schutzanzügen und Sauerstoffgeräten auf das Werksgelände - ergaben, das sich rund 200 Liter Chlorbleichlauge, die zum Reinigen und Veredeln von Schließzylindern verwendet wird, aus bisher ungeklärten Gründen mit Salzsäure vermischt hatten. Das daraus entstandene hoch giftige Chlorgas war von den Arbeitern in der Halle eingeatmet worden.
Ständig wurde die Konzentration in der Luft gemessen, und im Umkreis um das Werk wurden keine giftigen Gase gemessen. An der Unglücksstelle waren etwa 75 Einsatzkräfte der umliegenden Feuerwehren im Einsatz, auch die Experten der Wesselinger Wehr waren vor Ort.






