"Mir han et doch jemaat"

Das Euskirchener Dreigestirn von Bürgermeister Dr. Uwe Friedl proklamiert

Euskirchen (sac). Mit Dreschflegel, Zepter und Spiegel sind sie nun für die närrische Session gerüstet. Auf der Prunksitzung im Euskirchener City-Forum wurde das Dreigestirn Bauer Bernd (Kolvenbach), Prinz Hajo (Hans-Josef Schneider) und Jungfrau Roberta (Robert Schumacher) in Amt und Würden gehoben. Nach einer "kurzen Hängepartie" sind die drei das erste Öskerchener Dreigestirn seit dem Millennium.

Bürgermeister Dr. Uwe Friedl durfte offiziell "das Werk vollenden" und das Trifolium mit den Utensilien ihrer Regentschaft ausstatten. Natürlich bekam Jungfrau Roberta - das Schönste zuerst - ihren Spiegel überreicht. Einen Stadtorden erhielt sie als einzige nicht, besitzt sie doch noch einen aus der Zeit "als sie mal Mann war", denn vor genau 40 Jahren war Jungfrau Roberta als Prinz Robert I. der jüngste Karnevalsprinz in Euskirchen. Bauer Bernd erhielt von Bürgermeister Friedl den mächtigen Dreschflegel, den er mit Wucht über die Bühne schwang. Prinz Hajo dürfte es noch ungewohnt sein, ganz vorne auf der Bühne zu stehen, hat er doch sechs Prinzen als Adjutant durch die Säle begleitet. Jetzt bekam er selbst das Zepter von Bürgermeister Friedl überreicht und schmetterte voller Elan sein Lied "Ein schmucker Prinz".

Prinz Hajo dankte dem Festausschuss Euskirchener Karneval unter Präsident Helmut Marian für die Unterstützung und schickte einen Gruß an die Frauen des Trifoliums, die die Idee der drei zunächst für Blödsinn hielten: "Mir han et doch jemaat!"

Traditionell schloss der offizielle Teil der Proklamation mit dem Auftritt der Prinzengarde. Für das nächste Jahr kündigte sich dann aber eine Premiere an: Kommandant Georg Harzheim vereinbarte mit Volker Marx, Präsident der Euskirchener Narrenzunft, einen gemeinsamen Tanz. Auf der Prunksitzung im nächsten Jahr wird es demnach einen gemeinsamen Auftritt des Tanzcorps der Prinzengarde und der Ehrengarde der Narrenzunft geben.

Volker Marx führte als Schultheiß durch das Bühnenprogramm. Den Auftakt machte Guido Cantz. Der Humorist zeigte seine Sicht auf Facebook, Finanzkrise, Fernsehprogramm und Politik. Politiker hätten demnach in letzter Zeit Probleme mit Bürogeräten wie Kopierer (Guttenberg) und Anrufbeantworter (Wulff). Auch der "Hausmann" machte einen kleinen Abstecher in die Politik und betonte, dass bei einer Machtverteilung nach Sexappeal wie in Italien unter Berlusconi Frau Merkel jetzt im Pfarrgemeinderat von Lechenich sitzen würde.

Musikalische Höhepunkte setzten die Paveier und Wicky Junggeburth, der mit altbekannten Klassikern die Stimmung anheizte. Die Showtanzgruppe der Euskirchener Narrenzunft bestach durch auffallende Kleopatra-Kostüme inklusive Kamel und einer flotten Choreographie mit menschlichen Pyramiden. Die Tanzgruppe "Höppemötzjer" befand sich mit Hebefiguren und Würfen gefühlt mehr in der Luft als auf dem Boden und sorgte mit eingängigen Karnevalsliedern für Stimmung. Außerdem dabei waren die Kölner Band "Rabaue", der Bauchredner "Klaus und Willi" und die Prinzengarde Köln.

Letzte Änderung: Montag, 16.01.2012 16:39 Uhr

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