Kreis Euskirchen (tor). "Die Verbraucherzentrale ist alternativlos. Wir haben nichts Anderes und vor allem nichts Besseres!" Diese lobenden Worte hatte Landrat Günter Rosenke gewählt, als er im Juni zusammen mit Monika Schiffer, der Leiterin der Verbraucherzentrale Euskirchen, den Jahresbericht der Beratungsstelle vorgestellt hatte. Nun konnte Rosenke noch einen draufsetzen: "Die Verbraucherzentrale ist und bleibt alternativlos!"
Tatsächlich mussten sich die Beraterinnen der Einrichtung, die ihren Sitz in der Wilhelmstraße in Euskirchen hat, über mangelnde Beschäftigung noch nie beklagen - erst recht nicht in der jüngeren Vergangenheit. Mehr als 17 000 Menschen haben sich im vorigen Jahr ratsuchend an die Verbraucherzentrale gewendet. Ein Pensum, das Monika Schiffer und ihre Kolleginnen Sabrina Sowa und Marita Auf der Mauer des Öfteren an ihre Leistungsgrenzen führen.
Das soll sich ändern, denn in dem Vertrag, den Landrat Günter Rosenke für den Kreis sowie Klaus Müller und Matthias Arkenstette für die Verbraucherzentrale NRW jetzt unterzeichnet haben, wurde nicht nur der Fortbestand der Einrichtung bis Ende 2014 schriftlich fixiert, sondern auch eine Aufstockung der personellen Kapazitäten. Demnach verfügt die kreisstädtische Beratungsstelle alsbald über zwei vollbeschäftigte Beraterinnen. Neben Leiterin Monika Schiffer ist damit auch Sabrina Sowa, die bisher eine halbe Stelle hatte künftig ganztags beschäftigt.
Komplettiert wird das Team von Marita Auf der Mauer als halbtags
angestellte Bürokraft.
Die Vertragsverlängerung zu verbesserten Konditionen sei auch
ein Verdienst von Landrat Rosenke und den Politikern im
Euskirchener Kreistag. Denn der Kreis war dank eines entsprechenden
Beschlusses im Kreistag im vorigen und im laufenden Jahr mit der
Finanzierung einer zusätzlichen halben Stelle in Vorleistung
getreten. Das Landesministerium für Klimaschutz, Umwelt,
Landwirtschaft, Natur- und Landschaftsschutz belohnt dies nun,
indem es seinerseits eine weitere halbe Beratungsstelle für
die Verbraucherzentrale Euskirchen finanziert. Rosenke sei mit
seiner Penetranz in Düsseldorf aufgefallen, konnte Klaus
Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW, berichten. Nicht
zuletzt diese Penetranz habe dazu geführt, dass der Landtag
einer Aufstockung des Personals in Euskirchen zugestimmt hat - und
zwar einstimmig. "Landesweit werden durch die
Vorfinanzierungsmodelle der Kreise und Kommunen 10,5 neue Stellen
in den Verbraucherzentralen geschaffen", so Klaus
Müller.
"Die Politik hat eingesehen, wie wichtig die
Verbraucherzentrale ist", sagte Landrat Rosenke bei der
Vertragsunterzeichnung. In den kommenden drei Jahren bezuschusst
der Kreis Euskirchen die Arbeit der Verbraucherzentrale Euskirchen
mit 89 800 Euro pro Jahr. Das ist angesichts der angespannten
Haushaltslage sicherlich viel, aber auch gut angelegtes Geld und
für Rosenke "eine wichtige Präventionsmaßnahme,
ohne die noch höhere Kosten auf den Kreis zukommen
würden."
Tatsächlich leistet die Verbraucherzentrale durch etliche
Veranstaltung zum Thema "Schuldenprävention" - in
diesem Jahr bislang allein 127 - an den weiterführenden
Schulen im ganzen Kreis wichtige Arbeit.
Durch die personelle Aufstockung soll nun auch die telefonische Erreichbarkeit der Beratungsstelle in Euskirchen, die wegen der hohen Beratungsnachfrage in den vergangenen Jahren, eher schlecht gewesen ist, wieder verbessert werden. Außerdem ist nun auch eine Verbraucherberatung nach telefonischer Vereinbarung möglich. Und nicht zuletzt soll flächendeckende Arbeit im ganzen Kreisgebiet durch den neuen Vertrag auch in den kommenden Jahren weitergeführt werden.




