Wachendorf (pp). Die naturdenkmalwürdige Kastanienallee von Wachendorf hat auch diesen Sommer im grünen Laubkleid überstanden. Einige der alten Bäume tragen nach mehrjähriger Schwächungspause durch die Rosskastanienminiermotte sogar erstmals wieder Früchte.
Alles im grünen Bereich? "Es wäre fatal, wenn wir
jetzt in unseren Anstrengungen gegen den Schädling
nachließen", sagt Helmut Schmitz, der Chef von
Grünflächenamt und Bauhof der Stadt Mechernich. Denn der
Schädling, der die Allee in den vergangenen Jahren im Sommer
kahl fraß, ist keineswegs ausgerottet, sondern erst in der
Größe der dortigen Population eingedämmt.
Deshalb rufen Schmitz und der Wachendorfer Ortsvorsteher Theo
Wolfgarten erneut zu einer Schädlingsbekämpfungsaktion
durch Bürgerhand auf. Diesmal soll am Samstag, 19. November,
vier Tage nach dem internationalen "Tag der Kastanie", in
der Wachendorfer Allee Laub gesammelt, abtransportiert und bis zur
Unschädlichkeit der im Laub befindlichen Larven erhitzt und
kompostiert werden.
Zuletzt 2009 hatte die Rosskastanienminiermotte (lat. Cameraria
ohridella) die komplette Allee im Sommer ratzekahl gefressen.
Seither wird regelmäßig im November Laub gesammelt,
gehäckselt und kompostiert, um Larven und Eiern den Garaus zu
machen. "Mit offensichtlichem Erfolg", so Schmitz und
Wolfgarten. Allerdings dürfe man jetzt nicht mit den
Anstrengungen nachlassen oder gar aufhören, sonst sei eine
erneute epidemische Vermehrung des Schädlings programmiert.
Statt Chemieeinsatz, der zeitweise auch erwogen worden war,
mobilisierten die beiden im ersten Jahr sage und schreibe 74
Freiwillige und städtische Bauhofmitarbeiter, die alles
befallene Laub zusammenkratzten und fortschafften. Auch 2010
herrschte Hochbetrieb in der Kastanienallee, aber schon deutlich
weniger Bürgerbeteiligung. Deshalb appellieren Helmut Schmitz
und Theo Wolfgarten dieses Jahr noch einmal an alle Naturfreunde,
auch außerhalb von Wachendorf, vor allem aber an die
Wachendorfer und Anrainer der Allee, am Samstag, 19. November, ab 9
Uhr morgens mitzumachen.
Wer mithelfen will, kann sich bei Ortsvorsteher Theo Wolfgarten (Tel. 02256-7746) anmelden. Arbeitsgeräte, Maschinen- und Fuhrpark werden gestellt. Helmut Schmitz will sich um Maschinenunterstützung durch den Bauhof kümmern. Für das leibliche Wohl am Rande der Aktion ist bestens gesorgt.



