Euskirchen (sac). Mit eineinhalb Kilogramm Kartoffeln kann man allerlei leckere Sachen machen. Umso besser, wenn man dafür nur eine einzige Kartoffel schälen muss. Beim diesjährigen Knollenfest war der Wettbewerb um die schwerste Kartoffel ausgelobt worden. In der Zuckerfabrik Pfeifer & Langen wurden nun die Gewinner prämiert. Außerdem wurden für das Amt der Knollenkönigin und des Knollenkönigs zwei neue Häupter gekrönt.
Der Knollenkönig und die Knollenkönigin gingen aus
einem Malwettbewerb hervor, den der Stadtmarketingverein
"z.eu.s" im Rahmen des Knollenfestes veranstaltet hatte.
Kinder konnten dabei Bilder mit Kartoffeldruck herstellen. Neue
Knollenkönigin ist Hannah Wichterich aus Euskirchen, die ein
besonders buntes Bild gestempelt hatte. Neuer Knollenkönig ist
der Julius Müller aus Großbüllesheim, auf dessen
Bild man sogar das "z.eu.s"-Logo erkennen konnte.
Sabine Preiser-Marian, Vorsitzende des Stadtmarketingvereins,
freute sich, dass sie "im Gegensatz zum Festausschuss
Euskirchener Karneval" keine Probleme hatten, ein Paar
für die Knollensaison zu finden. Beide erhielten eine Krone
und "Schecks in the City"-Einkaufsgutscheine von
"z.eu.s" sowie ein süßes Präsent von der
Zuckerfabrik.
Für die schwerste Kartoffel wurde je dreimal in der Kategorie "Kinder bis 15 Jahre" und "Erwachsene ab 15 Jahre" ausgezeichnet. Die schwerste Kartoffel der Kinder brachte mit stolzen 1260 Gramm der siebenjährige Johannes Püllen aus Oberwichterich. Es folgte auf dem zweiten Platz Roderich Rothkopf aus Dom-Esch mit 1060 Gramm. Paula und Hanno Schmitz aus Zülpich mussten ihre große Kartoffel von 950 Gramm zu zweit tragen und teilten sich den dritten Platz. Alle Kinder erhielten Chips, ein Zucker-Präsent und eine Fahrt mit dem Rübenroder.
Für die Erwachsenen brachte Peter Moldenhauer aus Weilerswist die allerschwerste Kartoffel mit unglaublichen 1415 Gramm aus dem eigenen Garten. Auf dem zweiten Platz folgte Berthold Gassen aus Zülpich mit 1010 Gramm. Heinrich Halsig aus Bad Münstereifel brachte eine Kartoffel mit 936 Gramm und hat nach eigener Angabe sogar "noch mehr von den Dingern". Auch die großen Gewinner erhielten Chips und ein großes Zucker-Paket.
Gerd Volker Berning, Beiratsmitglied des Rheinischen Rübenbauer-Verbandes, freute sich über den erfolgreichen Versuch, die schwerste Kartoffel im Kreis Euskirchen ausfindig zu machen. Da die Gewinner ihre Kartoffel wieder mit nach Hause nehmen durften, gab er ihnen auch gleich ein paar Tipps zur Verarbeitung: Aus einer Riesen-Kartoffel macht man am besten Kartoffelbrei oder ganz lange Fritten.
Alle Gewinner konnten nach der Feierstunde an einer Tour über das Gelände der Zuckerfabrik teilnehmen. In Euskirchen werden unter anderem Kandiszucker und Flüssigzucker - etwa zur Weiterverarbeitung bei Coca-Cola, Haribo und Nestlé - hergestellt. Für dieses Jahr wird ein Ertrag von etwa einer Million Tonnen Rüben erwartet. Der Ertrag von einem Quadratmeter Rübenfeld wird in der Euskirchener Zuckerfabrik zu durchschnittlich 1,25 Kilogramm Zucker verarbeitet.
Das Knollenfest fand in Euskirchen bereits zum neunten Mal statt. Für den guten Zweck hatte die Firma Pfeifer & Langen wieder einen Stand mit Zuckerwatte aufgebaut, dessen Erlös an die Notschlafstelle der Euskirchener Caritas gespendet wurde. Nach Aufrundung des Betrags konnte Frank Schmitz, landwirtschaftlicher Leiter bei Pfeifer & Langen, einen Scheck über 1500 Euro überreichen. Bernhard Becker, Fachbereichsleiter der Caritas-Sucht- und Wohnungslosenhilfe, hatte als Dankeschön eine selbst gebastelte Schatztruhe mitgebracht. Die Notschlafstelle verzeichnete im vergangenen Jahr knapp 2900 Übernachtungen.



