Billig (tor). Selten hat man Politiker unterschiedlicher Couleur in einer Sache so einträchtig erlebt wie beim Thema "Ortsumgehung Billig". Das wurde einmal mehr deutlich, als jetzt der dritte und letzte Abschnitt der Umgehungsstraße für den Verkehr freigegeben wurde.
"Hier haben wirklich alle an einem Strang gezogen", sagte Michael Heinze, Leitender Ministerialrat im NRW-Verkehrsministerium, bevor er unter anderem zusammen mit Vizelandrätin Dr. Sabine Dirhold, Bürgermeister Dr. Uwe Friedl und Edgar Klein, dem Leiter der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ville-Eifel das symbolische Band durchtrennte und die L187n offiziell freigab. Heinze lobte aber nicht nur die Einigkeit unter den politischen Entscheidungsträgern, sondern auch unter den Bürgern und Vereinen des Ortes. "Das sollte Schule machen. Ich freue mich für die Bürger von Billig, dass sie nun ruhig schlafen können."
Wie in kaum einem anderen Ort war die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße jedoch auch derart offensichtlich wie in Billig. In Spitzenzeiten haben sich mehrere tausend Fahrzeuge täglich durch den engen und kurvenreichen Ort gequält. Und dennoch mussten die Menschen aus dem 500-Seelen-Ort vor den Toren von Euskirchen 30 Jahre für die Umgehungsstraße kämpfen.
Der Kampf hat nun ein Ende. Nachdem Billig dank einer umfassenden Dorfkernsanierung bereits vor gut fünf Jahren merklich aufgehübscht wurde, wird nun auch der Durchgangsverkehr endgültig aus dem Ort verbannt. Es sei ein zäher Prozess gewesen, sagte Vizelandrätin Dr. Sabine Dirhold, aber die jahrzehntelangen Bemühungen hätten nun "ein würdiges Ende" gefunden.
6,2 Millionen Euro hat die zwei Jahre dauernde Baumaßnahme gekostet. Die neue Trasse erstreckt sich über 3,3 Kilometer und hat vier Kreisverkehre. Von den Kosten tragen das Land NRW etwa 4,2 Millionen Euro und der Bund rund 390 000 Euro. Die verbleibenden 1,6 Millionen Euro übernimmt der Kreis Euskirchen. Addiert man die Kosten für Kanalanschluss und Dorfkernsanierung, so wurden in den vergangenen Jahren nach Angaben von Bürgermeister Dr. Uwe Friedl rund 14,3 Millionen Euro in Billig investiert.
Auch Rudi Keul lobte in Vertretung von Ortsbürgermeister Heinz Klein das Zusammenspiel von Stadt, Kreis, Land und Bund und sagte: "Billig hat eine schlimme Vergangenheit, ist in der Gegenwart angekommen und hat nun auch Zukunft."



