Zülpich (tor). In Zülpich gibt es zurzeit eine ganze Reihe von Baustellen. Böse Zungen behaupten sogar, dass die gesamte Römerstadt eine einzige große Baustelle sei. Für all jene, denen die Werkelei an allen Ecken und Enden der Stadt auf die Nerven geht, hat Bürgermeister Albert Bergmann jetzt eine gute Nachricht: "Spätestens Ende November ist alles vorbei!"
Dies verkündete Bergmann in dieser Woche bei einem Pressetermin, bei dem die größten Baustellen der Stadt besucht wurden. Für die größten Beeinträchtigungen bei Autofahrern, aber auch beim innerstädtischen Einzelhandel sorgen die Baustellen an der Nideggener Straße, die saniert wird und deshalb von Hoven aus nur stadteinwärts zu befahren ist, sowie am Kölntor, wo ein Kreisverkehr entsteht, und am Marktplatz, der komplett umgestaltet wird. Die Fortschritte am Kölntor-Kreisel sind nahezu jeden Tag zu beobachten. Voraussichtlich Anfang Oktober soll die Maßnahme inklusive der Sanierung von Frankengraben und Martinstraße fertiggestellt werden, erklärte Andreas Bornhold vom Kreistiefbauamt. An einem Tag, voraussichtlich einem Samstag, werde man dafür eine Komplettsperrung vornehmen müssen, um die Schwarzdecke aufbringen zu können.
Im November sollen dann auch die Arbeiten auf der Nideggener Straße sowie am Marktplatz ein Ende finden. Insbesondere am Markt ist es dabei zu deutlichen zeitlichen Verzögerungen gekommen. Grund sind die archäologischen Funde, die dort gemacht wurden. Unter anderem wurde auf dem Areal ein 17 Meter tiefer Brunnen frei gelegt, der nun für die Bevölkerung erlebbar gemacht werden soll. "Der Marktplatz wird die gute Stube von Zülpich", sagt Bürgermeister Bergmann. Dessen persönliches Highlight ist die neue Treppe, über die der Marktplatz vom Weiertor kommend betreten werden kann.
Mit großen Schritten schreitet auch der Bau der Mensa mit integrierter Mehrzweckhalle im Schulzentrum voran. Baubeginn war Anfang Februar, die Fertigstellung und offizielle Übergabe an die Stadt Zülpich wurde auf den 15. Oktober terminiert. Dann gibt es für die Schüler der Römerstadt nicht nur ein adäquates Gebäude zur Übermittagsverpflegung, sondern auch eine moderne Veranstaltungshalle. Albert Bergmann geht davon aus, dass die Mädchensitzung der Blauen Funken am 5. November, traditionell die erste karnevalistische Veranstaltung im närrischen Terminkalender der Stadt, bereits dort stattfinden wird, möglicherweise auch die beliebte Helloween-Party der Showband "Ten Ahead" am 31. Oktober. Der Mensabetrieb soll nach den Herbstferien aufgenommen werden.
Auch auf dem künftigen Landesgartenschau-Gelände am Wassersportsee wird bereits fleißig gearbeitet. Dort entsteht auf einer Länge von rund zweieinhalb Kilometern zurzeit der so genannte LaGa-Radweg, der die Kernstadt mit dem Ortsteil Lövenich verbindet. Parallel wird eine Abwasserdruckleitung verlegt und am stadtnahen Seeufer eine sechs Meter breite Promenade geschaffen. Dort sollen später auch die Themengärten zur Landesgartenschau angelegt werden. Die Fertigstellung des Radweges und der begleitenden Baumaßnahmen wurden ebenfalls für Mitte November avisiert.
Damit ist es dann auch erst einmal vorbei mit der Bauerei in Zülpich. "Dann sind die wesentlichen Baustellen, die das Stadtleben beeinträchtigen, abgeschlossen und das Weihnachtsgeschäft kann ohne Beeinträchtigungen anlaufen", verspricht Bürgermeister Bergmann.
Am Wassersportsee gehen die Arbeiten im Frühjahr dann weiter. Voraussichtlich im März soll bereits das künftige LaGa-Gelände eingezäunt werden. Ungewiss ist, ob der Badebetrieb dann noch aufrecht erhalten werden kann. Derzeit führe man Gespräche mit der LaGa GmbH, um dies zu ermöglichen, sagte Bergmann. "Ich habe großes Interesse daran, dass das Baden weiterhin möglich ist."
Auch in der Innenstadt steht noch eine größere Baumaßnahme an: 2012 oder 2013 soll der Kreisverkehr am Münstertor gebaut und die angrenzende Bonner Straße umgestaltet und saniert werden. Dann ist noch einmal die Geduld der Verkehrsteilnehmer und wahrscheinlich auch der Einzelhändler gefordert.



